Standards der Thaikatzen

Wie schon auf der Seite mit den Fotos von den verschiedenen Typen der Thaikatze angedeutet, ist das Bild der Thaikatze sehr uneinheitlich. Das liegt daran, dass die Thaikatze, im Gegensatz zur Siamkatze, keinen einheitlichen Standard hat. Bei der Fife, in der die meisten der extremsten modernen Siamzüchter sind und ein Lobby haben, hat sich die Anerkennung der Thaikatze bis heute nicht durchsetzten können.

Bei den freien Vereinen herrscht Unsicherheit. Es gibt mehrere verschiedenen Standards und man kann als Aussteller nie sicher sein, ob das eigenen Tier hervorragend bewertet wird, oder in Grund und Boden gerichtet wird. Das trägt nicht unbedingt dazu bei, dass es dem Züchter Freude bereitet, das viele Geld auszugeben, dass mit dem Ausstellen verbunden ist. Man kann nicht auf verschieden Zuchtziele hin immer mal ein paar unterschiedlich aussehende Katzen mitnehmen. Ein guter Züchter hat ein Zuchtziel, dass sich in der Auswahl seiner Tiere zeigt.

Auch der Liebhaber wird verunsichert, wenn einerseits eine absolut runde Katze, die im Bild schon fast den Britisch Kurzhaarkatzen entspricht ein Weltchampion ist und andererseits eine elegante Katze, die eher wie eine gemäßigten Siamkatze aussieht, den selbenTitel trägt.

Wenn schon keine Einigkeit herrscht, sollten klare Ansagen her. Bei der Anmeldung müsste dem Aussteller schon deutlich sein nach welchem Standard die Katze in dem entsprechenden Verein gerichtet wird. Das gäbe auch dem Besitzer die Möglichkeit, bei einem erreichten Titel auf dessen Grundlage hinzuweisen. Also z.B. Champion nach WCF Standard .

Hier nun ein paar Beispiele für Thaikatzenstandards. (Es ist keine vollständige Liste!)

WCF STANDARD THAIKATZE

KÖRPER
Der Körper ist mittelgroß und muskulös, dabei aber noch schlank und elegant. Weder gedrungen, noch gestreckt. Die Beine sind mittellang, die Pfoten gerundet. Der Schwanz ist mittellang und läuft leicht spitz zu.

KOPF
Der Kopf ist ein gemäßigter Keil mit sanft gerundeten Konturen. Das Profil ist leicht geschwungen, die Einbuchtung befindet sich in Augenhöhe. Kinn und Unterkiefer sind kräftig, die Schnauze ist gerundet.

OHREN
Die Ohren sind mittelgroß. Sie sind breit am Ansatz mit leicht gerundeten Spitzen und weit auseinander plaziert.

AUGEN
Die Augen sind groß, das obere Lid mandelförmig, das untere leicht gerundet. Sie sind etwas schräg gestellt. Die Farbe ist ein intensives Blau.

FELL
Das Fell ist kurz und glänzend. Es liegt am Körper an. Es besitzt eine seidige Textur und keine Unterwolle.

FARBEN
Die Thai ist eine Pointkatze und in allen Pointfarben ohne Weiß anerkannt. Die Farben sind der allgemeinen Pointfarbliste zu entnehmen.

FEHLER
Das Ziel der Thaizucht ist der traditionelle Siamtyp. Typveränderungen, die auf die Einkreuzung fremder Rassen schließen lassen (z. B. wolliges Fell, ausgeprägte Wangen, deutlicher Stop, runde Augen), sind nicht erwünscht und als schwerwiegende Fehler zu bewerten.


TICA Thai – Breed Standard
KATEGORIE: Pointed
DIVISIONEN: Solid, Tabby, Tortie
FARBEN: alle
ERLAUBTE OUTCROSSES: SiamStandard KopfKOPF:
Form: Modifizierter Keil von mittlerer Breite. Der Kopf ist länger als breit, aber weder extrem noch schmal. Der Oberkopf ist seitlich gerundet, die Schnauze keilförmig.
Stirn: Flach und lang.
Profil/Nase: Beinahe gerade, aber mit einer leichten konvexen Wölbung unmittelbar über den Augen und einer sehr leichten, allmählichen konkaven Kurve unterhalb der Augen.
Augen: Mittelgross bis gross, mandelförmig rund, nicht orientalisch. Der Abstand zwischen den Augen sollte ein bisschen mehr als eine Augenbreite betragen. Eine Linie vom inneren Augenwinkel durch den äusseren Augenwinkel führt zum äusseren Ohrenrand.
Augenfarbe: Blau. Tiefblaue Schattierungen bevorzugt. Intensität und Leuchtkraft sind wichtiger als Farbtiefe.
Ohren: Mittelgross bis gross, breit am Ansatz, mit ovalen Spitzen. Der innere Ohransatz befindet sich über dem Zentrum des auf der gleichen Seite gelegenen Auges. Die Ohren zeigen in einem Winkel nach aussen, der leicht näher am Scheitelpunkt als zur Seite des Kopfes liegt (35 Grad von der Vertikale). Leichte Behaarung erlaubt.
Schnauze: Mittellang. Keilförmig: leichte oder keine Schnurrhaareinbuchtung mit geraden, sich zur Nase hin verjüngenden Seiten. Die Schnauze ist seitlich gerundet und von mittlerer Stärke.
Kinn: Weder schwach noch zu sehr betont, mit der Nase eine vertikale Nase bildend.
Hals: Von mittlerer Länge, weder dünn noch übermässig bemuskelt.

Standard Körper ~ Fell

KÖRPER:
Rumpf: Mässig bis mittellang, geschmeidig und anmutig wie ein kleiner Panther. Mit gutem Muskeltonus, aber weder röhrenförmig noch gedrungen. Der Unterbauch verläuft parallel zum Grund und ist fest. Jedoch ist ein geringes Mass an loser Haut am Bauch unterhalb der Flanke zulässig.
Beine: Mittellang, von anmutiger Form, jedoch nicht gedrungen.
Pfoten: Von ovaler Form; mittelgross und in der Proportion zur Katze passend.
Schwanz: Von der gleichen Länge wie der Rumpf, zur Spitze hin allmählich zulaufend.
Körperbau: Mittelschwer. Anmutig. Weder zu fein noch zu gedrungen.
Muskulatur: Fest, aber geschmeidig, nicht fleischig oder dick. Wenn die Katze aufgehoben wird, wiegt sie in etwa soviel oder ein bisschen mehr, als man aufgrund ihres Aussehens vermuten würde.

FELL / FARBE / MUSTER::
Textur: Seidig; ganz wenig Unterwolle, das Fell wirkt nicht wie „aufgemalt“, ist aber sehr eng anliegend.
Länge: Sehr kurz bis kurz.
Körperfarbe: Vorzugsweise ein sehr helles Off-White, angehaucht mit einer feinen Spur der Pointfarbe der Katze. Gleichmässigkeit der Körperfarbe und Kontrast zu den Points sind dabei höher zu bewerten als ein ausgeprägtes Weiss.
Pointfarbe: Der Farbklasse entsprechend, dicht und gleichmässig. Maske, Ohren, Pfoten und Schwanz sollten sich in der Farbe entsprechen.
Hauptmerkmale der Thai

Die ideale Katze dieser Rasse ist eine mittelgrosse bis grosse Pointkatze im „foreign“ Typ, welche von den einheimischen Pointkatzen Thailands abstammt und diesen im Aussehen gleicht. Die Thai sollte sowohl der ursprünglichen „Wichien-maat“ des alten Siam wie auch der „mardergesichtigen“ Siamkatze des frühen 20. Jahrhunderts in Amerika und Europa entsprechen.

Es kann gar nicht oft genug betont werden, dass die Thai in keiner Beziehung extrem sein sollte, ihr Aussehen und ihre Persönlichkeit sollten jedoch ihr thailändisches Erbe widerspiegeln. Weder ist die Thai eine einheimische westliche Katze, noch sollte sie wie eine aussehen.

Die Rasse hat ihren Ursprung in den 1950er Jahren, als Züchter aus allen Teilen der Welt es vorzogen, oder manchmal auch unbeabsichtigt damit fort fuhren, den gemässigten Typ des frühen 20. Jahrhunderts zu züchten. In den 1980er Jahren wurden in den Vereinigten Staaten und Europa die ersten dieser Katze gewidmeten Rasseclubs gegründet. 2001 begannen Züchter damit, einheimische Pointkatzen aus Thailand zu importieren, in der bewussten Bemühung einen gesunden Genpool für die Rasse der Thai zu erhalten und zu erweitern, sowie auch die Gene dieser in Südostasien heimischen Katzenrasse zu erhalten, solange sie sich noch von einheimischen westlichen Katzen unterscheidet.

Das Markenzeichen der Thaikatze ist die einzigartige Kopfform, ein seitlich gerundeter Oberkopf, welchem eine unverkennbar keilförmig geformte Schnauze erwächst. In Übereinstimmung mit den Wurzeln der Thai im tropischen Thailand ist ein weiteres wichtiges Merkmal ihr sehr kurzes Fell, welches im Westen erstmals von Harrison Weir 1889 eingehend beschrieben wurde.

Die Thai ist eine ausgeglichene Katze ohne irgendwelche Extreme, harmonisch in Aussehen und Charakter.

Bemerkungen

ZULÄSSIG:
Unvollständig entwickelte Pointfarbe und Maske bei Kitten und Jungtieren bis 12 Monate. Leichte Tabby-Zeichnung am Körper bei Tabby Point Katzen, solange ein guter Kontrast zu den Points besteht. Dunklere Körperschattierung bei älteren Katzen solange noch ein deutlicher Kontrast zwischen Körperfarbe und Points besteht. Katerbacken bei Katern.

ABZÜGE:
Wirklich runde Augen. Ausgeprägte orientalische Augen. Stumpfe oder spitze Schnauze. Schmaler Oberkopf, kleine Ohren, sehr grosse Ohren, zu tiefliegende Ohren (mehr seitlich als oben liegend). Kompakter Körper oder ausgeprägt röhrenförmiger Körper. Peitschenschwanz. Ein Übermass an Unterwolle (Plüschfell). Geisterstreifen bei non-Agouti Katzen.

EINBEHALT DES ZERTIFIKATS (v1 ohne Titel)
Römisches Profil. Ausgeprägter Stopp. Ausgeprägte konvex gewölbte Stirn. Deutliche Ohrpüschel. Flaumiges Fell mit dichter Unterwolle („Teddybär“-Fell). Fettleibigkeit. Weisses Medaillon oder weisse Flecken (buttons); weisse Zehen und Pfoten (einschliesslich Fussballen); weisse Stellen in den Points. Andere Augenfarbe als blau.

DISQUALIFIKATION:
Sichtbarer Schwanzdefekt. Schielen. Hervorstehendes Sternum.


STANDARD EUROPEAN GROUP CAT ASSOCIATION (EGCA e.V.) © JFS
..die wirklich ursprünglichen Siamkatzen gibt es nur noch in wenigen Exemplaren, insbesondere in Osteuropa und Russland.Diese Katzen sind eher kleine, kompakte, fast „pummelige“ Katzen, auf relativ kurzen Beinen und haben eine Kopfform die an einen Apfel erinnert.Ohne plump zu wirken ist diese kleine, bis mittelgroße Katze mit rundlicher Statur und deutlich kräftiger Muskulatur eine elegante Erscheinung.Bei der Rückbesinnung auf diese traditionelle SIAM KATZE, darf nicht vergessen werden, dass Verpaarungen mit den heutigen, hochbeinigen, schlanken und mit einem Keilförmigen Kopf versehenen Siamkatzen nicht sein dürfen, zumindest aber absolut unerwünscht sind.

Dies bedeutet zwingend, dass man insbesondere den Standard der THAI KATZE nicht aus wirtschaftlichen Gründen dem jeweiligen Zeitgeist anpassen kann, da man sonst den Begriff „traditionell“ ad absurdum führt.

Im Gegensatz zur „modernen“ Siam Katze, die eine völlig gerade (also römische) Nasenlinie hat, stellt man bei THAI Katzen eine leicht konvexe, aber zwingend erforderliche Einbuchtung der Nase fest, die sich in Augenhöhe befinden muss. Ein STOP allerdings, ist ein grober Fehler.

Wie der gesamte Kopf, ist auch die Schnauzenpartie gerundet, bei gut entwickelter Nasen-Kinn-Partie. Vorzugsweise Soll der Nasenspiegel und das Kinn in einer geraden Linie übereinstimmen.

Die Augen haben einen deutlichen Abstand voneinander, sind mandelförmig, und haben eine mittlere Größe. Die Oberlider zeigen volle, runde Kurven.

Eine breite Basis bei mittlerer Größe zeichnet die Ohren aus und ist für die Platzierung eher an den Seiten als auf dem Kopf verantwortlich.

Der Körper zeigt eine gut fundierte Statur, ist bis mittelgroß und hat deutlich kräftige Muskulatur.

Insbesondere der Brustbereich ist kräftig entwickelt.

Die Seitenansicht zeigt am Rücken eine leichte Kurve vom Brustkasten bis zum Schwanzbeginn.

Besonders muskulöse Beine müssen in Proportion zum Gesamteindruck des Körpers stehen.

Die Pfoten sind deutlich kräftiger entwickelt als bei der modernen Siamkatze und sind leicht abgerundet.

Der Schwanz ist mittel lang, an der Basis etwas breiter angesetzt, und muss sich ebenfalls in Proportion zum Körper zeigen. Er läuft zwar spitz zu, ist am Ende aber, wie eigentlich alles an der Katze rund.

Die Textur des Fells ist fest anliegend, bei gleichmäßiger Körperfarbe, wobei leichte Schattierungen an den Flanken beim richten toleriert werden.

Der Kontrast zwischen Körper und Point – Farbe muss deutlich sichtbar sein.

Maske, Ohren, Beine, Füße und Schwanz Müssen in der Farbe möglichst gleich sein.

Die Maske bedeckt das gesamte Gesicht und hat leichte Farbspuren, die auch die Schnurrhaarkissen mit einschließen und in Verbindung mit den Ohren stehen. Ist die Farbe auch am Hinterkopf zu sehen, ist dies ein Fehler.

Als Augenfarbe ist ein leuchtendes Blau erwünscht.

Absolute Fehler die zur Disqualifikation bei allen THAI KATZEN führen, gleich um welche Farbschläge es sich handelt sind:

* Sichtbares Weiß am Haarkleid
* Andere als blaue Augenfarbe
* Bauch und/oder Brustfleck
* Selbstverständlich führen wie bei allen anderen Katzenrassen auch, Knickschwanz, schielen, Kiefer-, Gebiss- und andere Knochenabnormalitäten ebenfalls zur Disqualifikation

Toleriert werden:

* Sanfte Schattierungen am Körper, wenn sie sich in Point – Farbe darstellen
* Streifen (Geisterzeichnung am Fell bei Standardfarben), wenn keine anderen gravierenden Standardfehler vorhanden sind
* Leichte Unterwolle darf, sollte aber nach Möglichkeit nicht vorhanden sein
* Bei älteren Tieren darf die Schattierung am Körper in Point Farbe deutlicher sein
* Erlaubt sind, alle Farben in Standard- und Tabby

%d Bloggern gefällt das: